Videos 2017

Öffentliche Vortragsreihe im Kleinen Haus des Staatstheaters Mainz

10.09.2017 | 22.05.2017 | 08.02.2017 | 15.01.2017

10.09.2017, 18 Uhr
Die dunkle Seite des Universums

Prof. Dr. Laura Baudis, Universität Zürich

Das Universum ist nur zu einem kleinen Teil direkt sichtbar. Ein großer Teil besteht aus Materie, die weder im Sichtbaren, noch im UV-, Gamma-, Infrarot- oder Mikrowellenbereich strahlt. Aus Messungen der Rotationskurven von Galaxien, der Masse von Galaxienhaufen, der Verteilung der großräumigen Strukturen, des kosmischen Mikrowellenhintergrundes und der Expansionsrate des Universum wissen wir, dass die sichtbare Materie, aus der Galaxien, Sonnen, Planeten und Menschen bestehen, etwa 4% des Gesamtinhaltes des Universum bildet. Der Rest ist "dunkel", und kann bisher  nur indirekt, also über die Gravitationswechselwirkung enthüllt werden. Die dunkle Materie kann aus massereichen, noch unbekannten Teilchen bestehen, die in einer frühen Phase des Universums entstanden sind. Weltweit wird mit immer empfindlicheren Detektoren fieberhaft nach ihnen gesucht. Das Ziel ist, diese Teilchen über die elastische Streuung an Atomkernen eines terrestrischen Detektors und über ihre Umwandlung in bekannten Teilchen in der Sonne, im galaktischen Zentrum und im Halo der Milchstrasse nachzuweisen. Nach einer Einführung in das Gebiet der dunklen Materie wird der gegenwärtige Stand der Forschung vorgestellt, mit besonderem Akzent auf die zur Zeit empfindlichsten Experimente und einem Ausblick in die Zukunft: welche Empfindlichkeiten werden benötigt, um die dunkle Materieteilchen nachzuweisen, und was werden wir über das Universum lernen?
 


22.05.2017, 19 Uhr
Gravitationswellenastronomie - Wir können das dunkle Universum hören!

Prof. Dr. Karsten Danzmann, Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik und Institut für Gravitationsphysik der Leibniz Universität Hannover

Seit Tausenden von Jahren schauen wir das Universum mit unseren Augen an. Aber über 99% des Universums sind dunkel und werden niemals mit elektromagnetischen Wellen beobachtet werden. Seit dem 14. September 2015  ist alles anders: Gravitationswellen wurden entdeckt! Wir haben ein neues Sinnesorgan bekommen und können endlich die dunkle Seite des Universums hören. Die ersten Töne, die wir hörten, stammten von völlig unerwartet schweren Schwarzen Löchern. Und niemand weiß, welche anderen dunklen Geheimnisse dort draußen noch auf uns warten.
 


08.02.2017, 19 Uhr, Großes Haus
PHYSIK: TRIUMPH UND TRAGÖDIE - VOM SEIN ZUM WERDEN
Prof. Dr. Harald Lesch, Ludwig-Maximilians-Universität München

Seit über 400 Jahren machen die Physiker Inventur der Natur – ein einziger Triumphzug. Auf der Suche nach den stabilen Bausteinen der Materie und den Objekten im Kosmos, scheinen wir heute am Rand der erkennbaren Wirklichkeit angekommen zu sein. Higgs-Teilchen und Gravitationswellen verschmelzender Schwarzer Löcher, die Strahlungsrelikte der kosmischen Hintergrundstrahlung und höchst seltsame Materiezustände in der Nähe des nie erreichbaren absoluten Nullpunkts. Alles ist da und erforscht. Aber die Welt besteht nicht nur, ist auch geworden, hat sich entwickelt und ist geboren worden. Woher kommt diese Kreativität der Natur, die Tendenz immer wieder Neues auszuprobieren?
Auf unserer Suche nach den stabilen Inseln haben wir das Meer des Instabilen aus den Augen verloren – eine Tragödie.


 


15.01.2017, 19 Uhr
SIND WIR ALLEIN IM UNIVERSUM? AUF SPURENSUCHE IM ALL
Prof. Dr. Lisa Kaltenegger, Carl Sagan Institute – Cornell University

Die Frage, ob es weitere Planeten wie die Erde und Lebensformen ähnlich oder ganz anders als unsere Spezies im Universum gibt, beschäftigt die Menschheit seit langem. Spezialteleskope der NASA haben in den letzten Jahren hunderte Planeten in unserer Galaxie entdeckt, darunter die ersten, die unserer Erde mehr oder weniger ähnlich sein könnten. Die Astrophysikerin Lisa Kaltenegger erforscht solche Planeten und erklärt, worauf es bei der Suche nach Leben im Universum ankommt und was wir bereits wissen über Exoplaneten, die außerhalb unseres Sonnensystems um fremde Sterne kreisen. Eine entscheidende Bedeutung kommt dabei dem Lichtfingerabdruck eines Planeten zu. Die Frage, wie wir Leben auf anderen Planeten aufspüren können, steht im Mittelpunkt des Vortrags. Neben wissenschaftlichen Schriften hat sie zu dem Thema auch ein Buch für Laien publiziert.